Wissenswertes über Vögel

Als sich vor ca. 60 Mio. Jahren die Vögel entwickelten, eroberten erstmals in der Geschichte der Erde warmblütige Wesen den Luftraum, eine bis dahin nur von fliegenden Insekten und flugfähigen Echsen bevölkerte ökologische Nische. Weltweit kommen heute rund 10’000 verschiedene Vogelarten vor.

Um flugfähig zu sein, verfügen Vögel über ein extrem leichtes Skelett sowie ein äusserst leistungsstarkes Atmungssystem. Ferner geht ihre Verdauung schnell vonstatten, damit die Tiere keinen unnötigen Ballast mit sich herumtragen müssen.

Ihre Erscheinungsvielfalt ist überwältigend. Dennoch haben sie alle eine Reihe von Grundmerkmalen gemeinsam, sie tragen Schnäbel, haben Flügel und ein Federkleid bedeckt ihren Körper.

ueber_voegel_01Wunderwerk Vogelflug

Der Vogelflug gehört zu den grossen Wundern der Natur. Seit jeher hat er den Menschen beeindruckt und sogar zu technischen Entwicklungen inspiriert. Scheinbar mühelos erheben sich die meisten Vogelarten in die Lüfte und fliegen durch ihr Element.

Beobachtet man fliegende Vögel verschiedener Arten in ihren jeweiligen Lebensräumen, fallen die unterschiedlichen Flugarten auf. Die bekannteste von den Vögeln angewandte Art der Fortbewegung ist der so genannte Ruderflug. Er ist sehr Kräfte zehrend, weshalb viele Vogelarten bei günstigen Wind- und Luftströmungssituationen auf energiesparendere Flugarten wie den Gleitflug oder den Segelflug umstellen.

Der Unterwasserflug der Wasseramsel.

ueber_voegel_02Die Wasseramsel ist unser einziger einheimischer Singvogel, der Tauchen und Schwimmen kann. Man findet sie an schnell fliessende Gewässer mit vielen aus dem Wasser ragenden Steinen, die sie als Sitzplatz benutzt. Sie taucht in Bäche und sucht an deren Grund nach Nahrung. Unter Wasser schlagen Wasseramseln mit den Flügeln, um schnell voranzukommen. Außerdem laufen sie über den Grund von Bächen, indem sie sich mit den Füßen an Steinen festhalten. Während sie Flügelschlag und Beinarbeit unter Wasser koordiniert, gelingt es ihr gleichzeitig, nach ihrer Lieblingsbeute Ausschau zu halten: fette Köcherfliegenlarven und Wasserinsekten.

Das bunte Federkleid der Vögel

Federn treten ausschließlich bei Vögeln auf, und sie stellen das Hauptunterscheidungsmerkmal zwischen Vögeln und anderen Tieren dar. Ein typischer Singvogel hat insgesamt zwischen 2000 und 4000 Federn. Vögel, die in kalten Klimaregionen leben, haben jedoch weit mehr Federn, und einige Arten, wie zum Beispiel der Zwergschwan, haben insgesamt über 25 000 Federn.

Vögel haben verschiedene Arten von Federn. Vor allem die Flugfähigkeit hängt von den Deck- und Flugfedern ab. Diese tragen zur Glätte und Stromlinienform des Vogels bei.

Die weichen Daunenfedern verschaffen den Vögeln Wärme, sie weisen eine besondere Struktur auf, haben keinen zentralen Kiel und sehr flauschige Federäste.

Federn spielen beim Verhalten der Vögel eine große Rolle. Männliche Vögel vieler Arten verfügen über bunte Federn, oft kunstvoll im Schwanz oder in der Haube angelegt, die sie während der Balz und der Paarung als Signale verwenden. Der Pfau ist dafür dank seiner langen, schönen und aufwändigen Schwanzfedern eines der bekanntesten Beispiele. Im Gegensatz dazu haben die Federn der weiblichen Vögel oft schlichte Farben. Damit wird verhindert, dass die Aufmerksamkeit von Raubtieren auf ihre Nester und Nachkommen gelenkt wird.

ueber_voegel_03Die Schnabelformen der Vögel

Nicht nur in ihrer Körpergröße und Gefiederfarbe unterscheiden sich die Vogelarten. Auch ihre Schnäbel sind höchst verschieden.

Der Schnabel ist die ideale Lösung für flugfähige Tiere. Er ist leicht und dennoch stabil. Der Oberschnabel ist am Hirnschädel befestigt und nicht beweglich, der Unterschnabel ist über ein Gelenk mit dem Schädel verbunden und dadurch frei beweglich. Aufgebaut ist der Schnabel aus Keratin, das neben seinem geringen Gewicht den Vorteil bietet, unterschiedliche Formen anzunehmen. Dadurch ist es den Vögeln möglich, unzählige verschiedene ökologische Nischen zu besetzen. Ein Blick auf den Schnabel einer Vogelart genügt, um Rückschlüsse auf seine Ernährungsgewohnheiten ziehen zu können.

Die mystischen Vögel

Raben haben in der Mythologie – vor allem in der germanischen – ihre Spuren hinterlassen und spielten im antiken Vogelorakel eine herausragende Rolle, wobei es wohl besonders auf ihre Lautäußerung ankam. Ganz rabenschwarz war es um die Zukunft bestellt, wenn die dunklen Gesellen mit gepresster Stimme Laute hervorwürgten, die an menschliches Röcheln erinnerten. In Sage und Geschichte wird der Rabe häufiger erwähnt als irgendein anderer Vogel. Raben waren die heiligen Vögel des gallischen Gottes Lugus, und göttliche Raben sollen die Wanderzüge der Kelten geführt haben. Bei Griechen und Römern waren weisse Raben Begleiter Apolls, des Gottes der Weissagung. Auch dem Sonnengott Helios waren Raben heilig. Als ehemaliger Augurenvogel der alten Römer genoss der Rabe hohes Ansehen. In amerikanischen Kulturen wurde er sowohl als Schöpfergeist wie auch als Volksheld verehrt.

Götter- oder Galgenvogel?

Erst mit der Christianisierung gerieten die heiligen Vögel als ehemalige Götterboten zunehmend in Verruf – sie symbolisierten die Ungläubigen und Abtrünnigen. In Bilderbüchern und Märchen wird der Rabe gerne mit Hexen und Zauberern in Verbindung gebracht. So stellte auch William Shakespeare den Raben – der Tradition seiner Zeit gehorchend – als Synonym des Bösen und der Zerstörung dar. Unseren sprichwörtlichen Ausdrücken „Unglücksrabe“, „Rabenmutter“ oder „Rabenvater“ haftet noch immer jene negative Komponente an, welche diese Vögel seinerzeit in Verruf gebracht hatte. Raben wurden als grausame Eltern angesehen, die sich nicht um ihre Jungen kümmern, – was eine schlimme Verleumdung ist!

Problemvögel?

So wie der Mensch des Mittelalters stets nach Verursachern des Bösen suchte, neigt auch noch mancher Jäger unserer Tage zum Schuss auf Rabenvögel. Die Legende von den Lämmer mordenden Kolkraben und Aaskrähen ist vermutlich nicht auszurotten. Sie kommt immer dann wieder mit neuem Schwung in Umlauf, wenn sich Rabenvögel über tot geborene Kälber hermachen, wie das seit Menschengedenken der Fall ist. Als Aasverwerter üben Kolkraben im Naturhaushalt wie im natürlichen Ausleseprozess eine wichtige Funktion aus.

Schwalbenschutz am Haus

Mit dem Sommer sind die Schwalben gekommen – und mit den Schwalben der alljährliche Ärger um verschmutzte Hausfassaden. Obwohl Rauch- und Mehlschwalben von Jahr zu Jahr seltener werden, zerstören Hauseigentümer oft die Nester der Vögel. Die darin befindlichen Küken landen achtlos in der Mülltonne, obwohl die Vögel selbst wie auch ihre Nester unter Naturschutz stehen.

Mit Kotbrettchen unter den Nestern kann der störende Kot aufgefangen werden.

Der Mauersegler ist in „Wohnungsnot“.

Hausbesitzer müssen sich vor Schmutz nicht fürchten. Die Mauersegler sind keine „Dreckspatzen“. Sie entsorgen den Kot der Jungvögel am Brutplatz, um keine Feinde wie Mader anzulocken. Auch ist der Zugvogel, der die meiste Zeit seines Lebens in Afrika verbringt, nur kurze Zeit hier – von Mai bis Anfang August.

Winterfütterung von Kleinvögeln

Ratgeber der Vogelwarte Sempach

Die Rückkehr der Rotmilane

Während Rotmilane in unseren Nachbarländern bedroht sind, nehmen die Bestände in der Schweiz stetig zu. Warum das so ist, wollen Forscher unter anderem mit der Hilfe des jungen Rotmilans Ferdinand herausfinden. Ein Vogelporträt. Details hier