Neophyten am Gubrist

Präzisierung: Bei diesem Projekt handelt es sich um invasive Neophyten.

Kurzbeschrieb des Projekts hier, anstehende NVR-Neophyten-Aktionen

Invasive Neophyten sind gebietsfremde Pflanzen, welche die einheimische Pflanzenwelt verdrängen. Sie können auch der Tierwelt schaden, z.B. wenn sie zwar Schmetterlinge anlocken, aber deren Fortbestand gefährden, weil die Raupen einheimische Pflanzen benötigen.

Neophyten sind grundsätzlich alle Pflanzen, die nach 1492 eingeführt wurden, auch Kartoffeln, Mais, Tomaten etc..  Diese sind aber keine Konkurrenz für die einheimischen Pflanzen, da sie bei uns ohne Pflanzenschutzmassnahmen kaum überlebensfähig sind.

Im Kanton Zürich ist das AWEL (Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft), Sektion Biosicherheit für die Neophytenbekämpfung verantwortlich und Herausgeber einer Praxishilfe invasive Neophyten (42 Seiten, 3.5 MB).
Eine lesenswerte kurze Einführung stammt vom Naturama Aargau.
Viele invasive Neophyten dürfen nicht mehr verkauft werden Details hier.

Auf Bundesebene sind die Neophyten in der Freilassungsverordnung geregelt. Nun will der Bundesrat Massnahmen gegen schädliche gebietsfremde Arten im Umweltschutzgesetz verankern Vernehmlassung Mai 2019.

Kartierung und Bekämpfung

Im Jahr 2015 begannen wir das NVR-Neophytenprojekt mit einer Bestandesaufnahme  am Gubrist und in Waltershalden.

Der NVR kartiert und bekämpft  die Neophyten drüsiges Springkraut und die nordamerikanische Goldruten im Gubristwald.
Wir beteiligen uns an der Bekämpfung des hier ebenfalls weit verbreiteten Sommerflieders (Buddleja) durch den Förster.

Von den weiteren Springkräutern  bekämpfen wir auch das Balfours Springkraut.

Mai 2020: plötzliches massenhaftes Auftreten vom Einjährigen Berufskraut, ein sehr invasiver Neophyt.

Hinweis: invasive Neophyten gibt auch an weiteren Standorten in Regensdorf, aber unser Verein hat nicht die Ressourcen, um alle invasiven Neophyten auf dem ganzen Gemeinde-Gebiet zu bekämpfen.

Nach den ersten Bekämpfungsaktionen im Jahr 2016 besprachen wir die Situation mit der Gemeindeverwaltung und dem Förster. Der NVR übernimmt „offiziell“ die Bekämpfung der erwähnten Neophyten im Regensdorfer Gubristwald, mit Unterstützung durch den Förster und der Gemeinde.

Übersicht über die bisherigen Aktionen

Eine ausführliche, bebilderte Übersicht über unsere Aktionen und Resultate 2015-17 gibt die Neophyten-Präsentation an der GV 2018 und eher zahlenlastig die Zusammenfassung und Auswertung vom 16.12.2019.

Die Karte der Neophyten zeigt, dass wir schon eindeutige Erfolge erzielt haben:

  • Ende 2020 sind von 63 Springkraut-Beständen, die zwischen 2016 und 2019 behandelt wurden, 47 ganz frei von Springkraut, 11 ±OK und 3 weisen eine deutliche Verbesserung auf (97% Erfolg).
  • Von 75 Goldruten-Beständen, die im gleichen Zeitraum behandelt wurden, sind jetzt 27 frei von Goldruten, 12 ±OK und 29 besser (91% Erfolg).
  • NB: Betrachtet man nur Bestände, die vor 2019 erstmals behandelt wurden, beträgt der Erfolg 100% (Springkraut) resp. 98% (Goldrute)


Karte mit Springkraut und Goldrute (Klicke zum Vergrössern)

Tabelle der Standorte mit Behandlung und Beurteilung Ende 2020


Aktivitäten der Jahre 2015-2020

2015

  • Neophytenkartierung HSt: Gubrist / Waltershalden (Vor allem entlang Strassen)
    Die Kartierung wurde vom Kanton ins GIS-ZH eingetragen.

2016

2017

Perimeter der Aktivitäten 2017

2018

Dieses Jahr konnten dank dem trockenen Sommer viele Einsätze (bis 18. Okt) geleistet werden:

  • 51 Einzelaktionen (1-2 Personen, je 1-2 Stunden)
  • 6 „Neophytenbummel“ des NVR, siehe Galerien (2, 3)
  • NVR-Neophytentag, 4.8.18: siehe Galerie

Neu wurden auf dem Gubristplateau alle Springkrautfelder an der Klosterholzstrasse gründlich gerodet inkl. Bekämpfung des Nachaufwuchses. Zudem wurden hier grosse Goldrutenbestände und alle Strassenränder vor der Blüte ein- bis zweimal mit der Sense geschnitten, zur Vermeidung der Samenausbreitung, kombiniert mit Ausreissen an der Peripherie.

Die Kontrolle und ggf. Behandlung der bisher bekannten Neophytenstandorte (siehe Karte oben) zeigten eindeutige Erfolge, besonders beim Springkraut.

An der letzten Einzelaktion vom 18.10.18 gab es nur noch an 4 Standorten einzelne Springkräuter (total 11). Auch dort wo Goldruten ausgerissen wurden, hatte es nur noch an wenigen Stellen einige Exemplare.

Zwischen den drüsigen Springkräuter wurde vermehrt Balfours Springkraut (Impatiens balfourii) gefunden, das ähnlich aussieht aber hellere Blüten hat und ebenso invasiv ist.

Sorge bereitet uns der allgegenwärtige Sommerflieder (Buddleja), den wir nur punktuell zurückgeschnitten haben. Neu trat Anfangs 2021 an einigen Stellen das einjährige Berufkraut. Auch hat es ein paar Blauglockenbäume (Paulownie), auch Neophyten mit invasivem Potenzial.

2019

Beobachtungen HSt bis 28.11.19:

  • 24.7.: erstes Springkraut blüht , 21.7.: erste Goldruten blühen, 24.7.: erste Buddleja blühen.
  • 27.7: etliche Springkäuter blühen, ein paar schon mit noch kleinen Samenkapseln.
  • 21.8.: erste Springkräuter spicken (Jeweils nur Teil der Kapseln).
  • 30.8.: Goldrutenblüten verfärben sich braun: Samenproduktion.
  • 25.9.: Ausser beim Wiederaufwuchs sind Springkräuter und Goldruten verblüht.
  • Die meisten behandelten Springkraut-Bestände zeigen Erfolg, viele sind Springkraut-frei, aber auf einigen kommen jetzt Goldruten.
  • Einige Goldruten-Bestände können als ±erledigt betrachtet werden, einige stagnieren auf tieferem Niveau als vor den Behandlungen.
  • Qualitativ: Goldruten-Bestände, die 2018 geschnitten wurden, sind weniger hoch als jene in der unmittelbaren Umgebung und scheinen weniger dicht zu sein.
  • Aus liegengelassenen Goldrutenwurzeln entwickeln sich neue Goldruten. Ab 2019: ausser bei den grossen Beständen werden die Wurzeln mitgenommen und entsorgt. In grossen Beständen machen wir EINEN Haufen.
  • Der Sommerflieder breitet sich weiterhin aus. Wir schneiden sie vor der Blüte zurück um deren Verbreitung einzudämmen. An der Glaubeneichstrasse erschien in einer Holzschlag-Lichtung neu ein Bestand mit Hunderten jungen Buddlejas.
  • Im ganzen Gubristwald wurde intensiv Holz geschlagen (v.a. wegen Borkenkäfer und Eschenwelke). Diese neuen Lichtungen müssen auf Neophytenbefall kontrolliert werden.

Aktivitäten im Jahr 2019:

Im Jahr 2019 fanden 8 abendliche Neophytenbummel und ein NVR-Neophytentag statt. Zudem mehrere Einzelaktionen. Total wurden in 65 Einsätzen 278 Stunden Neophyten-Bekämpfung geleistet. Erfolg siehe: Zusammenfassung und Auswertung

Kommentierte Galerien: Neophytenbummel 10.7.19, Neophytentag 27.7.19, Neophytenbummel 21.8.19, Neophytenbummel 11.9.19, Neophytenbummel 25.9.19 Neophytentag im Furttaler: Ankündigung, Bericht

2020

Sommerflieder und Berufskraut

Jan-April: Sommerflieder (Buddleja) kartiert. Es hat Dickichte mit bis zu 4 Meter hohen „Bäumen“. Viele wurden ausgerissen, abgeschnitten oder abgesägt. Die vielen Einzelexemplare, besonders auf dem Plateau, wurden nicht kartiert

Ende April: Die Goldruten sind etwa zwei Wochen früher als bisher.

Mai: plötzliches Auftreten vom massenhaftem einjährigem Berufkraut (Feinstrahl), ein sehr invasiver Neophyt an Bündelstrasse und Klosterholzstrasse (alle ausgerissen). Siehe auch hier. Juli: Wiederaufwuchs und weitere Bestände von Berufskraut ausgerissen.

20. Juli: erste Springkräuter blühen, Goldruten noch nicht. D.h., Blüte eher später als bisher.

Aktivitäten im Jahr 2020:

Im Jahr 2020 fanden 10 abendliche Neophytenbummel und ein NVR-Neophytentag statt. Zudem drei Vormittage mit Brokids (Leiter plus 4-5 Kinder), drei Neophytenaktionen mit Asylsuchenden und mehrere Einzelaktionen.

Total wurden in 87 Einsätzen 453 Stunden Neophyten-Bekämpfung geleistet, davon 101 Std durch Asylsuchende und Brokids.

Kommentierte Galerien: Neophytenbummel 2-4 2020, Neophytentag 25.7.2020Neophytenaktionen mit Asylsuchenden

2021

Jan-April: Sommerflieder geschnitten, ausgerissen, Stöcke zertrampt.
Beobachtung: Viele Bestände sind hartnäckig, aber an einigen Standorten war die bisherige Bekämpfung erfolgreich.

Mai: Die letztjährige Bekämpfung des einjährigen Berufkrauts war an einigen Stellen erfolgreich. Auch bei den Goldruten bestätigten sich die Erfolge der bisherigen Aktionen, aber besonders dort, wo bisher nur gemäht wurde, gibt es noch viel zu tun. Ebenso dort, wo blühende Goldruten ausgerissen wurden.