Naturschutzgebiete Katzenseen

 

Die Naturschutzgebiete Katzenseen, Hänsiried und Allmend Katzensee

Schaurig ist es durchs Moor zu gehen ……..

Das Gebiet der Katzenseen umfasst eine weite Riedlandschaft mit den beiden Kleinseen, dem Hänsiried und der Allmend Katzensee.

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Die Landschaft wurde während der letzten Eiszeit vor etwa 20’000 Jahren vom Linth-Gletscher geformt. Ausgedehnten Flachmoorzonen, kleinere Feucht- und Trockengebiete, seltene Erlen- und Birkenbruchwälder bieten einer vielfältigen Tier- und Pflanzengemeinschaft Lebensraum. Das Gebiet ist im Inventar der Landschaften von nationaler Bedeutung.

Wandern zu den Katzenseen  /  Geschichtsträchtiges Katzenseeegut (PDF, Zeitungsartikel 2006)

Verschollene Pflanze wieder entdeckt: Lungenenzian als PDF, Link zu Zürcher Unterländer

Im Winter, wenn Eis die Wasserfläche bedeckt und Nebelschleier sich über die Bäume legen, lassen sich mit etwa Glück die gut getarnten Rohrdommeln beobachten. Ornithologie am Katzensee

Katzenseegebiet

Das idyllische Katzenseegebiet liegt an der nördlichen Peripherie der Stadt Zürich, im oberen Furttal. Es umfasst Teile der Stadt Zürich, der Gemeinden Regensdorf und Rürnlang.

Die zwei Seen, der Untere und Obere Katzensee, sind von einem Moränenkranz umgeben.

Wertvolle, ausgedehnte Riedflächen, Wald und fruchtbare Acker runden das malerische Bild ab.

Der grosse landschaftliche Reiz macht das Katzenseegebiet zu einem beliebten Naherholungsziel. Ein abwechslungsreicher Fussweg führt rund um die beiden Seen. Wie der Katzensee zu seinem Namen gekommen ist? Nicht etwa die wilden Katzen, die hier vorgekommen sein sollen, sind für die Namensgebung verantwortlich. Die Bezeichnung «Katz» steht für etwas Geringschätziges, Kleines: — Im Vergleich zum Zürichsee ist der Katzensee nun einmal für die Katz.

Dank der grossen Vielfalt an Lebensräumen gedeihen seltene und somit geschützte Tiere und Pflanzen.

Zum Beispiel erblüht das purpurrote Sumpf-Knabenkraut (Orchis palustris) oder der insektenfangende, rundblättrige Sonnentau (Drosera rotundifolie).

Den zierlichen Laubfrosch auf einem Brombeerstrauch zu entdecken, ist Glücksache, während das fröhliche Frühlingskonzert der sich paarenden Erdkröten und Grasfröschen nicht zu überhören ist.

Katzensee-Flyer der Kantonalen Fachstelle Naturschutz (2008)

Naturschutz und Naturschutzbiologie im Naturschutzgebiet Katzensee: Semesterarbeit
von Nicolas Dörig, Julia Schmid, Ariane Wenger und Simone Widmer, ETH-Zürich, 2017

Allmend Katzensee

Die Allmend Katzensee liegt inmitten fruchtbarer Äcker östlich der Katzenseen. Dieses relativ unbekannte, ruhige, ca. 10 ha grosse Flachmoor hat aufgrund seiner biologischen und landschaftlichen Werte nationale Bedeutung erlangt. Es ist nicht nur für Pflanzen und Tiere, sondern auch für Besucher sehr attraktiv. Offizielle Reit-, Velo- und Fusswege führen entlang herrlich blühender Wiesen durch die Allmend zu den Katzenseen. Die Nachtigall, Goldammer, Sumpf- und Teichrohrsänger sind im Sommer regelmässig anzutreffen. Ab und zu zeigen sich kreischende Kiebitze, und mit viel Glück kann man auch einen Fasan entdecken. Frösche, Libellen und Heuschrecken erkunden langsam das zu neuem Leben erwachte Riedgebiet, nachdem die private Erholungsnutzung mehrheitlich den natürlichen Lebensräumen gewichen ist.

Seit 1992 wird die Allmend wieder im traditionellen Sinne durch Landwirte aus der Umgebung bewirtschaftet. Die feuchten Wiesen werden regelmässig gemäht, die Gebüsche und Kopfweiden ab und zu verjüngt. Das Gebiet gleicht wieder dem ursprünglichen Lebensraum. Eine offene Riedlandschaft mit einzelnen Büschen und Bäumen.

Die Allmend ist ein der Dorfgemeinschaft gehörendes Stück Land. Seit 1994 ist das Gebiet im Bundesinventar der Flachmoore von nationaler Bedeutung. Es ist das Ziel, die Allmend als Kulturlandschaft und Erholungsgebiet zu erhalten und den Lebensraum für Flora und Fauna langfristig zu sichern. In diesem Sinne ist der Name Allmend also nach wie vor zutreffend, ein Stück Land für alle, seien nun die Besucher, Bewirtschafter oder die dort lebenden Tiere und Pflanzen gemeint.

Hänsiried

Das Hänsiried war ursprünglich ein Teil des Katzensees. Erst im Laufe der Zeit ist durch Verlandungsprozesse ein Flachmoor entstanden, das seine Eigenheiten bis heute bewahren konnte, obwohl die Wehntalerstrasse einen Keil zwischen Katzensee und Hänsiried getrieben hat. Wasserflächen, verschiedene Ried- und Sumpfwiesen, ausgedehnte Röhrichtbestände, Reste von Pfeifengraswiesen und Bruchwäldchen sind die typischen Lebensräume des Hänsiriedes, einem Gebiet, in dem noch vor 60 Jahren Torf abgebaut wurde.

1960-1970 wurde das etwa 8 ha grosse ehemalige Torfstichgebiet durch Aufschüttungen, Bauten und einwachsenden Wald stark bedrängt. Erst seit 1989 dient es nicht mehr der privaten Erholung, sondern ist in erster Linie Lebensraum einer grossen Vielfalt zum Teil seltener und gefährdeter Pflanzen und Tiere.

Seine günstige Lage und die beispielhafte Abfolge der verschiedenen Stadien der Seenverlandung und Moorbildung machen es zum beliebten Exkursionsziel und Untersuchungsobjekt der Hochschulen.

Unterstützt vorn Kanton hat die Stadt Zürich die Sanierung des Gebietes an die Hand genommen. Den Schutzzielen widersprechende Nutzungen wie Aufschüttungen, Kleinbauten und Gärten wurden Stück für Stück entfernt, Baumschule und Acker in Blumenwiesen umgewandelt. Die Gehölzflächen, welche das Gebiet einzuwachsen drohten, wurden zurückgedrängt, neue Torfstiche angelegt.

Seit 1990 wird das Hänsiried wieder regelmässig durch Landwirte gemäht und die Verbuschung im Zaum gehalten. Um dieses schöne Naturdenkmal zu sichern, erarbeitet das Gartenbauamt die nötigen Sanierungs- und Pflegemassnahmen.

Das Gebiet am Nordrand der Stadt Zürich ist in unserer hektischen Zeit eine Oase für Mensch und Tier. Je mehr Pflanzen und Tiere dort ungestört leben können, desto interessanter ist es für uns, das Leben auf dieser Naturinsel zu beobachten.