Eine Storchengeschichte

Text: Franziska Blum, 16. Okt. 09
storchengeschichte

Foto: Ali Harissa, 1. Mai 2009

Im Gebiet der Katzenseen begann ein Storch im Frühjahr 2009 ein Nest zu bauen – der erste seit vielen Jahren! Sehr schön war der Vogel bei den alten Eichen am nördlichen Ende der Katzenseen zu beobachten, in der Nähe des Furtbachausflusses. Auf einer hohen, verdorrten Tanne flocht er Zweig um Zweig in die wenigen trockenen Ästchen, die der Baum noch hatte. Einen Partner schien der Vogel nicht zu haben. Mit dem Fernrohr konnte der Markierungsring abgelesen werden: SE 609. Auf die Meldung an die Vogelwarte Sempach kam die Antwort, dass dieser Storch im Frühjahr 2008 im Zoo Zürich geschlüpft war und dort beringt wurde. Somit war der Vogel noch sehr jung, Störche brüten normalerweise erst wenn sie 3-4 Jahre alt sind. Tagelang konnte man den SE 609 in der Umgebung des Nestes beobachten, allerdings immer alleine.

Eines Tages anfangs Mai tauchten mehrere Störche auf und hielten sich ebenfalls in der Nähe des Nestes auf. Wann es genau geschehen ist, kann man nicht sagen. Auf jeden Fall verschwand SE 609 und ein Storchenpaar übernahm den angefangenen Nestbau. Innerhalb von zwei Wochen entstand ein grosser Horst. Das Pärchen stand oft oben und klapperte laut. Auch hier konnten die Ringe der beiden Störche abgelesen werden. Der Storch mit einem silbrigen Ring (HES 7301) Beringungsdatum 03.06.2002 (in Hombrechtikon), ist bereits 7 Jahre alt. Der zweite mit dem schwarzen Ring (SA 428) Beringungsdatum 17.06.2005 (in Warth, Thurgau) ist 4 Jahre alt.

Beide Störche wurden in den vergangen Jahren schon mehrfach gesichtet. SA 428 zog vom Thurgau nach Katalonien, dann zurück nach Baden Württemberg, weiter an den Pfäffikersee und nun an den Katzensee. Der zweite blieb in der Umgebung und überwinterte in der Schweiz. Sicher ist damit auch, dass der junge Storch SE 609, der alleine war, von den beiden älteren Störchen vertrieben wurde.

Leider habe die Störche diese Jahr noch nicht gebrütet, aber es gut möglich, dass das Pärchen nächstes Jahr wieder kommt. Zu hoffen ist, dass sie die Unbill der Natur gut überstehen. Ob sie dieses Jahr in den Süden ziehen, weiss man momentan noch nicht.