Neophyten am Gubrist

Invasive Neophyten sind gebietsfremde Pflanzen, welche die einheimische Pflanzenwelt verdrängen. Häufig werden diese vereinfachend als „Neophyten“ bezeichnet.

Neophyten sind grundsätzlich alle Pflanzen, die nach 1492 eingeführt wurden, auch Kartoffeln, Mais, Tomaten etc..  Diese sind aber keine Konkurrenz für die einheimischen Pflanzen, da sie bei uns ohne Pflanzenschutzmassnahmen kaum überlebensfähig sind.

Auf kantonaler Ebene ist das AWEL (Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft), Sektion Biosicherheit für die Neophytenbekämpfung verantwortlich und Herausgeber einer Praxishilfe invasive Neophyten (42 Seiten, 3.5 MB).
Eine lesenswerte kurze Einführung stammt vom Naturama Aargau.

Kartierung und Bekämpfung

Im Jahr 2015 begannen wir das NVR-Neophytenprojekt mit einer Bestandesaufnahme  am Gubrist und in Waltershalden.

Kartiert wurden die Neophyten drüsiges Springkraut und die nordamerikanische Goldruten. Weit verbreitet auf dem Gubrist ist auch der Sommerflieder (Buddleja), der vom Förster bekämpft wird, sowie andere Springkräuter.

Hinweis: invasive Neophyten gibt auch an weiteren Standorten in Regensdorf, aber unser Verein hat nicht die Ressourcen, um alle invasiven Neophyten auf dem ganzen Gemeinde-Gebiet zu bekämpfen.

Nach ersten Bekämpfungsaktionen im Jahr 2016 besprachen wir die Situation mit der Gemeindeverwaltung und dem Förster. Der NVR zeigte sich bereit, die Bekämpfung der erwähnten Neophyten auf dem Gubrist zu betreuen, zunächst einmal für die nächsten 4 Jahre, dann wird die Situation neu beurteilt. Im Gegenzug versprachen die Gemeinde und der Förster Unterstützung.

 

Übersicht über die bisherigen Aktionen

Eine ausführliche, bebilderte Übersicht über unsere Aktionen und Resultate 2015-17 gibt die Neophyten-Präsentation an der GV 2018. Die sachliche Zusammenfassung und Auswertung  vom 25.10.18 und die Karte der Neophyten zeigen, dass wir schon eindeutige Erfolge erzielt haben.

Karte der Gubrist-Neophyten (Klick zum Vergrössern)

Legende zu Neo-Karte 181021

2015

  • Neophytenkartierung HSt: Gubrist / Waltershalden (Vor allem entlang Strassen)
    Die Kartierung wurde vom Kanton ins GIS-ZH eingetragen.

2016

2017

Perimeter der NVR-Neophytenaktionen 2017

2018

Dieses Jahr konnten dank dem trockenen Sommer viele Einsätze (bis 18. Okt) geleistet werden:

  • 51 Einzelaktionen (1-2 Personen, je 1-2 Stunden)
  • 6 „Neophytenbummel“ des NVR, siehe Galerien (2, 3)
  • NVR-Neophytentag, 4.8.18: siehe Galerie

Neu wurden auf dem Gubristplateau alle Springkrautfelder an der Klosterholzstrasse gründlich gerodet inkl. Bekämpfung des Nachaufwuchses. Zudem wurden hier grosse Goldrutenbestände und alle Strassenränder vor der Blüte ein- bis zweimal mit der Sense geschnitten, zur Vermeidung der Samenausbreitung, kombiniert mit Ausreissen an der Peripherie.

Die Kontrolle und ggf. Behandlung der bisher bekannten Neophytenstandorte (siehe Karte oben) zeigten eindeutige Erfolge, besonders beim Springkraut.

An der letzten Einzelaktion vom 18.10.18 gab es nur noch an 4 Standorten einzelne Springkräuter (total 11). Auch dort wo Goldruten ausgerissen wurden, hatte es nur noch an wenigen Stellen einige Exemplare.

Zwischen den drüsigen Springkräuter wurde vermehrt Balfours Springkraut (Impatiens balfourii) gefunden, das ähnlich aussieht aber hellere Blüten hat und ebenso invasiv ist.

Sorge bereitet uns der allgegenwärtige Sommerflieder (Buddleja), den wir nur punktuell zurückgeschnitten haben . Neu beobachtet haben wir einzelne einjährige Berufskräuter und ein paar Blauglockenbäume (Paulownie), auch Neophyten mit invasivem Potenzial.

2019

Bundesrat will Massnahmen gegen schädliche gebietsfremde Arten im Umweltschutzgesetzt verankern Vernehmlassung Mai 2019

Beobachtungen HSt bis 14.6.19:

  • Bei den Goldruten zeigen die meisten Standorte, dass die bisherigen Aktionen erfolgreich waren. Häufig hat es noch einzelne Goldruten aber nicht mehr Reinbestand wie früher. Auch an sonnigen Standorten noch keine Blüten.
  • Aus liegengelassenen Goldrutenwurzeln entwickeln sich neue Goldruten. Für 2019: bei allen kleinen Beständen werden die Wurzeln mitgenommen und entsorgt, in grossen Beständen machen wir EINEN Haufen (und hoffen auf Abtransport).
  • Der Sommerflieder breitet sich weiterhin aus. Wenn wir solche sehen, schneiden wir sie mindestens zurück um die Verbreitung einzudämmen.
  • Auf dem Plateau sind die ersten Springkräuter bereits etwa 1 m hoch. Noch keine Blüten. In den bisher behandelten Feldern hat es noch Springkraut, aber die Bestände sind deutlich lockerer.
  • Im ganzen Gubristwald wurde intensiv Holz geschlagen (v.a. wegen Borkenkäfer). Diese neuen Lichtungen müssen auf Neophytenbefall kontrolliert werden.